Sanddornbeeren und Vitamin B12

Zurück zu Beiträge
Sanddornstrauch mit Sanddornbeeeren. Sanddorn war früher ein Vitamin-B12-Lebensmittel.
Geschrieben von: Bettina Halbach Kategorie: Beliebt, Vitamin-B12-Wissen Tags: , , , , Kommentare: 10 0

Sanddornbeeren und Vitamin B12

Oft liest man, dass  Sanddornbeeren auch Vitamin B12 enthalten. Sanddorn soll besonders  zur Vtamin-B12-Versorgung von Vegetarieren und Veganern aber auch von Anhängern anderer Ernährungsweisen beitragen. Stimmt das?

Die Heimat der Sanddornbeeren ist Nepal – jedoch ist Sanddorn seit Jahrtausenden auch bei uns in Europa heimisch. Der dornige Strauch wächst zum Beispiel auf den Dünen am Meer oder an den Ufern von Gebirgsseen. Er kann bis zu 6 m hoch und 4 m breit werden. Die Blütezeit des Ölweidengewächses ist von März bis Mai, von Mitte August bis Anfang Dezember können wir die 6 bis 8 Millimeter langen, ovalen Früchte ernten. Pur schmecken Sanddornbeeren sehr sauer, aber Sanddornbeeren-Saft, -Mus oder  Sanddornbeeren-Pulver sind richtig lecker:

Wie andere Beeren sind die leuchtend orangeroten bis gelben  Sanddornbeeren außerdem wahre Vitaminbomben. Sie können unseren Speiseplan bereichern und unser Vitalstoffkonto auffüllen: Das hält uns fit. Beispielsweise enthalten Sanddornbeeren in 100 g doppelt so viel vom Abwehr-Vitamin-C wie wir laut der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung täglich aufnehmen sollten.

Sanddorn  als Vitamin-B12-Lieferant?

Und das für uns lebensnotwendige Vitamin B12 steckt  in der Samenschale der Sanddornbeeren. Das liegt daran, dass der Sanddorn normalerweise mit Bodenbakterien eine Symbiose eingeht, die Vitamin B12 herstellen. Die Wurzeln der Pflanze nehmen dieses Vitamin B12  auf, transportieren es weiter.  In den Samenschalen der Sanddornbeeren wird der Life-Booster dann gespeichert und von uns aufgenommen, sobald wir die Beeren verzehren.

Soweit die Theorie: Jedoch findet man in unserem Lebensraum die  Bodenqualität, die für das Vorhandensein dieser B12-bildenden Mikroorganismen notwendig ist, seit Jahren nicht mehr – zum Beispiel aufgrund von Düngemaßnahmen oder Chemikalienbelastung. Somit nehmen Sanddorn-Pflanzen heute auch kein Vitamin B12 mehr aus dem Boden auf.

Es wäre ganz großer Zufall, die Sanddornbeeren, die du pur verzehrst (oder deren Produkte) kämen von einem Strauch, der auf einem Boden gewachsen ist, in dem noch Vitamin-B12-Bildner vorkommen.

Die Folge:

Wenn du dir im Handel die Etiketten von Produkten mit Sanddornbeeren oder Sanddornbeerenpulver anschaust findest du als Nährwertangabe neben den Hauptnährstoffen vor allem Vitamin C.

Ob Vitamin B12 enthalten ist  bleibt offen. Nahrungsmittel mit einem großen Anteil an Vitamin B12 sind normalerweise tierischer Herkunft. Dazu zählen Eier, Fisch, Fleisch und Milchprodukte. Auf den bloßen Verdacht hin, dass Vitamin B12 enthalten ist, der Empfehlung zu folgen, dass der Vitamin-B12-Bedarf sich durch den Verzehr von Sanddornbeeren decken lässt, halte ich für gewagt:

Vitamin B12 ist unerlässlich für unsere Gesundheit. Es ist wichtig für die Blutbildung, für starke Nerven und für die Neubildung von Zellen. Wir spüren einen B12-Mangel unter anderem anhand chronischer Müdigkeit, Vergesslichkeit und depressiver Verstimmung.

Der gesunde Erwachsene benötigt laut Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung täglich 4 ug Vitamin B12. Um sicher zu gehen, dass der Bedarf gedeckt ist, braucht es handfeste Zahlen:

Also: Du musst wissen, wieviel ug Vitamin B12 du im Durchschnitt täglich aufnimmst, um bei Bedarf deine Ernährung in bezug  auf Vitamin B12 optimieren zu können oder um ein  für dich geeignetes Vitamin-B12-Präparat zu finden.

Ohne Vitamin-B12-Nährwertangaben auf Sanddornbeeren-Produkten kannst du jedoch nicht rechnen – und tappst somit im Dunkeln,  wie es um deine B12-Versorgung steht.

Sanddornbeeren – urgesunde Superfoods 

Sanddorn ist ein urgesundes Superfood! Den ernährungsphysiologischen Wert von Sanddorn alleine am Vitamin B12-Gehalt festzumachen wäre falsch.  Schließlich können Sanddornbeeren indirekt zu  deiner Vitamin-B12-Versorgung beitragen: Das in ihnen enthaltene Vitamin C spielt eine Rolle, dass …

  • Inhaltstoffe in Lebensmitteln oder in Nahrungsergänzung vor der Zerstörung durch Sauerstoff geschützt und vom Körper verwertet werden können, auch Vitamin B12.
  • Darüber hinaus fördert Vitamin C die Aufnahme des Mineralstoffs Eisen aus der Nahrung in das Blut. Ebenso wie Vitamin B12 ist Eisen wichtig für die Blutbildung. Im Mangel fühlen wir uns müde und schlapp, unsere Zunge brennt und das Herz klopft bei der leisesten Anstrengung.
  • Vitamin C ist darüber hinaus  für das reibungslose funktionieren unserer Abwehrkräfte wichtig.

Der Verzehr von Sanddornbeeren ergänzt darüber hinaus deinen Tagesbedarf an gesundheitlich wertvollen Flavonoiden, Provitamin A (ß-Carotin) und  an einigen Mineralstoffen und Spurenelementen . Und das sollte für dich Anlass genug sein, die Beeren ganz nach deinem persönlichen Bedarf zu verzehren: Dein Körper wird dir zeigen, worauf du Appetit hast. Auf Sanddornbeeren pur oder als leckerer Sanddorn-Saft, Sanddorn-Mus,  Sanddornbeerenpulver oder  Sidea – das du zum Beispiel prima unter Quark- oder Joghurtspeisen rühren kannst.

Sanddorn Rezept

Hast du Sanddorn schon einmal probiert? Mit Sanddorn gibt es zahlreiche leckere Rezepte, dieses zum Beispiel:  Sanddorn-Möhren-Süppchen,

Sharing ist caring!

Was dich interessiert könnte auch Andere interessieren: Bitte zeige meinen Beitrag deinen Freunden und teile ihn in den Sozialen Netzwerken in denen du unterwegs bist. Bei Fragen rund  wende dich gerne per Mail an bettina@urgesunde-ernaehrung-und-naturmedizin.de. Ich antworte dir so schnell wie möglich.

 

Teile diesen Beitrag

Comments (10)

  • Dr. Annette Pitzer Antworte

    Im vorletzten Jahr sind mir meine Sanddornsträucher alle eingegangen, was mich sehr traurig gemacht hat. Bei der Ernte der Früchte habe ich zwar regelmäßig Blut gelassen und geflucht, doch der Saft und die Marmelade waren es allemal wert. Vitamin B12 hatte ich dabei allerdings ehrlich gesagt nicht auf dem Schirm. Danke, dass Du mich daran erinnerst.
    Alles Liebe
    Annette

    August 6, 2019 at 8:13 am
    • Bettina Halbach Antworte

      Hallo Annette, gerne 🙂 oh wie schade mit deinen Sanddornsträuchern, hast du neue gepflanzt? Liebe Grüße Bettina

      August 14, 2019 at 3:18 pm
  • Tabea Antworte

    Liebe Bettina,

    ich finde es super interessant, dass Du so oft mir irgendwelchen “Irrglauben” aufräumst. Sanddorn generell finde ich super lecker, als Vitamin B12-Lieferanten hatte ich ihn noch nie gesehen. Spannend, dass das auch nicht wirklich (mehr) so stimmt.
    Ich werde dann auf jeden Fall lieber auf die anderen Speisen zurückgreifen 🙂
    Wieder ein toller Post!

    Ganz liebe Grüße,

    Tabea

    August 7, 2019 at 10:20 am
    • Bettina Halbach Antworte

      Hallo Tabea, J, für B12 solltest du lieber auf andere Speisen zurück greifen, mir würde es auch gefallen, Sanddorn wäre ein B12-Lieferant… in verarbeiteter Form mag ich ihn gerne, liebe Grüße Bettina

      August 14, 2019 at 3:17 pm
  • Milli Antworte

    Sanddorn verbinde ich in erster Linie mit der Nordsee. Aber kein wunder, wenn die Pflanze in den Dünen zu Hause ist. Dass sie ursprünglich aus Nepal kommt ist mir auf jeden Fall neu und echt interessant zu wissen. Bisher wusste ich auch nicht welche Vitamine genau in der Pflanze enthalten sind. Mir war nur klar, dass sie sehr gesund sein soll.

    Liebe Grüße, Milli
    (https://www.millilovesfashion.de)

    August 8, 2019 at 10:57 am
    • Bettina Halbach Antworte

      Hallo Milli, danke für deinen netten Kommentar 🙂 ja Sanddorn steckt voller Vitamine und ist sehr gesund, liebe Grüße Bettina

      August 14, 2019 at 3:15 pm
  • Roach Antworte

    Oha! Interessant, ich habe gar nicht gewusst, dass die aus Nepal kommen.In Finnland gabs auch total viele Sanddornbeeren zu kaufen. Es ist total super, wie viel Arbeit du in die Recherche steckst und mit Gerüchten aufräumst! 😀

    LIebe Grüße,
    Roach 😀

    August 9, 2019 at 11:57 pm
    • Bettina Halbach Antworte

      Hallo Roach, danke freut mich, dass mein Beitrag dir gefällt! J Sanddorn kommt aus Nepal, dass es ihn in Finnland häufig zu kaufen gibt, wusste ich gar nicht, danke für den Hinweis! liebe Grüße Bettina

      August 14, 2019 at 3:14 pm
  • Charlie Antworte

    Ich habe Sanddorn erst relativ spät für mich entdeckt, da ich prinzipiell eher die “Süße” als die “Saure” bin. Allerdings schätze ich Sanddorn sehr als Vitamin C Bombe. Schade, dass kein Vitamin B12 enthalten ist (oder nicht nachweislich) – das hätte mir die Umstellung auf vegane Ernährung erleichtert. Danke für diesen informativen Beitrag.

    August 11, 2019 at 12:28 am

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zurück zu Beiträge