Quecke: Die quicklebendige vegane Vitamin-B12-Quelle

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Die Quecke wächst an Waldrändern, Hecken, auf Äckern. Sie ist ein quicklebendiger Vitamin B12 Lieferant, für Veganer und für alle, die einen ernährungsbedingten Vitamin B12 Mangel begegnen wollen.
Posted by: Bettina Halbach Category: Vitamin-B12-Wissen Tags: , , , , Comments: 5 0

Quecke: Die quicklebendige vegane Vitamin-B12-Quelle

In den Augen von Landwirten und Gärtnern ist die gemeine Quecke (Elymus repens) ein Unkraut: Quecken verdrängen Nutzpflanzen, die weit verzweigten Wurzeln wickeln sich bei der Feldbearbeitung um Pflugschare und Eggen-Zinken – und werden am besten gleich ordentlich bekämpft, mechanisch oder mit Unkrautvernichtungsmitteln (Herbiziden). Aus naturheilkundlicher und aus ernährungswissenschaftlicher Sicht sind Quecken aber keineswegs Unkraut sondern Heilpflanzen und wertvolle Vitamin-B12-Lieferanten.

Siehe mein Beitrag: Fünf ungewöhnliche Vitamin-B12-Lebensmittel

Quecke: Botanik, Vorkommen und Bezeichnungen

Der Name Quecke leitet sich vom althochdeutschen queck ab und bedeutet quicklebendig, kräftig und bewegungsfreudig. Die Quecke gehört zur Familie der Süßgräser. Sie wächst weltweit als Pionierpflanze auf allen Böden, du findest sie an Hecken, Weg- und Waldrändern und Äckern. Die Pflanze wird 0,2 – 1,5 m hoch und verbreitet sich sowohl über ihre Samen als auch über unterirdische Kriechtriebe. Oberirdisch hat die Quecke einen glatten, schlanken Stengel (Sproßachse), grasähnliche Blätter, Ähre und Blüten. Unterirdisch befinden sich die Wurzeln der Quecke und der weit verzweigte Wurzelstock, der eigentlich eine Sproßachse ist. Die Blütezeit der Quecke ist im Hochsommer (Juni – Juli).

Die Quecke trug einst den Gattungsnamen Agropyron repens (griech.: Ackerfeuer). Dieser Name ist doppeldeutig. Einmal weist er darauf hin, dass das Kraut sich rasch verbreitet. Zum anderen ist die Quecke zäh: Sie widersteht sogar einem oberirdischen Feuer. Die Wurzeln treiben zeitnah nach einem Brand wieder aus und bald wächst das verschwunden geglaubte Unkraut in alter Frische.

Sonstige Bezeichnungen für die Quecke sind auch:

  • Ackergras,
  • Knotengras,
  • Kriechweizen,
  • Schnürgras,
  • Hundegras

Die Bedeutung der Quecke in der Ernährung des Menschen

Quecken bzw. die unterirdischen Teile der Quecke fanden früher vielfältige Verwendung in der Ernährung des Menschen – es waren Lebensmittel. So wurde der Queckenwurzelstock zum Bier brauen verwendet, er diente als Kaffee-Ersatz, wurde außerdem zu Sirup verarbeitet. Gemahlen verwendeten unsere Vorfahren den Queckenwurzelstock als Zusatz für Backwaren, in Russland auch heute noch. In Japan gelten Queckenwurzeln als Delikatesse zum Salat, zu Gemüse- und Fleischgerichten.

Die Bedeutung der Quecke als Heilkraut

Naturheilkundige setzten den Wurzelstock und den Saft der gemeinen Quecke innerlich und äußerlich ein.

Innerlich wurde das Apothekergras (Radix graminis) beispielsweise bei

  • Erschöpfungszuständen,
  • Atemwegserkrankungen,
  • Erkrankungen des Magens,
  • Erkrankungen der Harnwege,
  • Erkrankungen der Nieren,
  • Erkrankungen des Darmes (u.a. Wurmbefall),
  • Erkrankungen der Leber und der Milz

angewendet.

Äußerlich bei

  • Wundheilungsstörungen,
  • Zahn- und Zahnfleischproblemen und für
  • Ohrspülungen.

Maßgebend für den Einsatz der Quecke in der Naturheilkunde ist die Arbeit Apothekers Jakob Diether aus Bergzabern. Jakob Diether wirkte im 16. Jahrhundert und nannte sich auch Jacobus Theodorus Tabernaemontanus.

Der Leibarzt des Kurfürsten zu Heidelberg war ein bedeutender Experte der Pharmakobotanik. Im Garten zu Weißenburg zogen er und sein Freund William Turner Tausende von phytotherapeutisch verwendbaren Pflanzen. Im „Neuen vollkommenen Kräuter-Buch“ beschrieb Jakob Diether ~ 3.000 Pflanzen und ihre Verwendung in der Heilkunde. Er ließ sowohl schriftliche Überlieferungen aus der Antike, empirisches Wissen und eigene Erfahrungen als Arzt einfließen.

Jakob Diether’s Empfehlungen zum Einsatz der Quecke in der Heilkunde setzten sich durch. Heute gibt die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA, European Medicines Agency) als traditionelle Anwendungsgebiete des Queckenwurzelstocks die Erhöhung der Urinmenge und Durchspülung zur Behandlung leichter Harnwegsbeschwerden an.

Die Inhaltsstoffe der Quecke

Die wertgebenden Inhaltsstoffe der Quecke sind:

  • Kohlenhydrate  (Monosaccharide, Zuckeralkohole und Polysaccharide)
  • Eiweiß
  • Ätherische Öle (antioxidativ, immunstimulierend)
  • Flavonoide (u.a. antimikrobiell, antioxidativ, antiallergisch, anticancerogen)
  • Steroide (Östrogen, Androstenon, Progesteron und Androgene in Spuren)
  • Saponine (wirken gegen Pilze und Mikroorganismen)
  • Mineralien (Eisen, Zink, Silicium)
  • Agropyren (hat antibiotische Eigenschaften)
  • Vitamin B12 [in der europäischen Queckenvarietät Sidea – Quecke]

Die Hauptbestandteile der Quecke sind Kohlenhydrate und Eiweiß.

Die urgesunde Quecke

Von all dem wusste der Apotheker Jakob Diether Nichts. Aber die Quecke verkörpert Schnelligkeit und Lebenskraft (Vitalität). Unter dem Aspekt des Lebendig-Beweglichen setzte der Heilkundige die Quecke daher vor allem bei Abflussstörungen ein. Wichtig war ihm, dass die Quecke in Deutschland heimisch ist, sonst hätte er sie abgelehnt. Die Quecke wächst in der Luft und in der Erde, in der wir geboren und erzogen sind. Wir können die Quecke anbauen und sie wächst frei in unserer Natur. Heilpflanzen aus Fernost und Amerika bringen in Jakob Diethers Augen dagegen mehr Schaden als Nutzen für die heimische Bevölkerung.

Ein Retter in der Not

Die Quecke ist eine enorm überlebensfähige Pflanze, die zu Unrecht als Unkraut verschrien ist. Noch zu wenig bekannt ist, dass die Quecke ein Retter in der Not ist. Sie sicherte während Hungersnot-Zeiten im 19. Und 20. Jahrhundert das Überleben vieler Menschen, indem Wurzel und Wurzelstock zu Mehl vermahlen und dann daraus Brot gebacken wurde:

Siehe: Queckenbrot und Brennessel

Quecke: Produkte kaufen

Wird die Quecke unter den richtigen Bedingungen angebaut, also auf natürlichen, biologischen Böden, liefern die Wurzeln und der Wurzelstock bioaktives pflanzliches Vitamin B12. 92,5 μg pro 100 g sind jede Menge, vergleichbar viel B12 enthält unter den tierischen Lebensmitteln nur Rinderleber. Dabei wird das Vitamin B12 in der Queckenwurzel und im Wurzelstock nicht von der Pflanze selbst gebildet, es gelangt durch symbiotische Lebensweise mit Bakterien dorthin.

Das Vitamin B12 in der Quecke lässt sich für die Ernährung des Menschen nutzen. Seit Jahren bewährt sich Queckenwurzelpulver zum Beispiel in einem Vitamin-B12-Supplement für Veganer und für Personen, die einem ernährungsbedingten Mangel begegnen wollen: Sidea®

Lies meinen Bericht : Bio vegane B12 Kautabletten

Im Handel sind außerdem Queckenwurzelpulver und Tee, so dass wir Menschen noch heute von der Quecke und ihrer Gesundheitswirkung profitieren können. Bitte mache aber nicht den Fehler und nimm an, dass du mit diesen Pulvern und Tees deinen B12-Bedarf decken kannst: Das geht nur mit Sidea®. Die Anbaubedingungen sind entscheidend sowie der Nachweis des Vorliegens von B12 in der Quecke durch ein anerkanntes Labor.

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Foto: NsdPower/Shutterstock.co

Literatur:

Dr. Pandalis GmbH & Co. KG Sidea B12. Elymus repens L. (2019); Prof. Keil, Medizin-Historische Ausarbeitung über die Quecke

 

 
Zusammenfassung
Quecke: Die quicklebendige vegane Vitamin-B12-Quelle
Artikelname
Quecke: Die quicklebendige vegane Vitamin-B12-Quelle
Beschreibung
Landwirte und Gärtner bekämpfen die Quecke als Unkraut. Dabei ist sie eine quicklebendige, vegane Vitamin-B12-Quelle und ein Retter in der Not. Der Beitrag beschreibt, wieso.
Autor
Name des Herausgebers
urgesunde ernährung und naturmedizin
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Comments (5)

  • Dr. Annette Pitzer Reply

    Die Quecke eines meiner liebsten Heilkräuter. Sie ist aus der Phytotherapie nicht mehr wegzudenken und leistet bei Erkrankungen der der Harnwege unschlagbare Dienste.
    Alles Liebe
    Annette

    Oktober 5, 2019 at 11:08 am
    • Bettina Halbach Reply

      Hallo Annette, lieben Dank für deine Stimme aus der Praxis, ich freue mich, dass du die Quecke kennst und ihren Wert zu schätzen weißt! liebe Grüße Bettina

      Oktober 6, 2019 at 10:48 am
  • Rebecca Neuhoff Reply

    Ich kannte Quecke noch gar nicht, wirklich sehr interessant geschrieben. Bei dir lernt man immer neues 🙂

    Oktober 7, 2019 at 7:11 am
  • Kristin Ostheer-Suslik Reply

    Man lernt nie aus… Werde mich in Zukunft mal auf diese interessante Frucht einlassen. Vielen lieben Dank

    Oktober 7, 2019 at 2:02 pm
  • Elena Reply

    Ich musste Quecke erst mal googlen und wusst nichts über dies Planze und auch nicht das es ein Heilkraut ist. Danke für diese Zusammenfassung.

    Schöne Grüße
    Elena

    Oktober 21, 2019 at 4:57 pm

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